Stadtapotheke Bad Wilsnack 
Geschichte (.)

Bad Wilsnack * Eine Apotheke mag es schon viel länger gegeben haben - doch vor genau 220 Jahren, am 31. Januar 1783, geruhte Friedrich der Große, König von Preußen, gnädigst den „Candidatus pharmaciae Joachim Friedrich Werckenthin zu Wilsnack“ in die „Zahl der legitimirten und recipirten Apotheker auf- und anzunehmen“. Fortan durfte Werckenthin seine Apotheke als „Königlich privilegierte Apotheke“ bezeichnen und genoss damit auch Schutz vor Konkurrenten.







Zuvor hatte sich Werckenthin am 19. Dezember 1782 vom „Kreis- und Stadt. Physic. Doctore Medicinae Gulike zu Perleberg unter Hinzuziehung des Stadt. Apothekers Schulze“ examinieren lassen. Die dafür notwendigen Vorkenntnisse - ein Pharmaziestudium gab es damals nicht - erwarb Werckenthin in sechsjähriger Lehre in der Wiffelingkschen Apotheke zu Stendal. Dort blieb er noch zwei Jahre als Geselle und arbeitete dann zwölf weitere Jahre als Geselle beim Apotheker Lohfe zu Gardelegen.1783 war übrigens in Preußen das Jahr, in dem Friedrich II. in einem Reskript die Ärzte aufforderte, eine endgültige Trennung von Praxis und Apotheke vorzunehmen, also nur Arzt oder Apotheker zu sein. Das Original der königlichen Urkunde bewahrt Frau Apothekerin Irene Richter auf. Die Bad Wilsnackerin hat in der einstigen staatlich verwalteten Stadt - Apotheke, die vor dem Krieg Königlich privilegierte Feldmarschall Hindenburg Apotheke hieß, mehr als zwanzig Jahre gearbeitet. Nach der Wende machte sie sich selbständig und erwarb auch das Gebäude. 1996 zog sie mit der Apotheke aus der Großen Straße in die Marktpassage. 1998 übernahm Christian Richter die Apotheke.
Heute befindet sich in den Räumen der ehemaligen Apotheke eine Arztpraxis.

Ob die Große Straße 25 schon zu Lebzeiten von Joachim Friedrich Werckenthin Apotheke war, ist nicht bekannt. Das große imposante Gebäude, das heute als Einzeldenkmal deklariert ist, dürfte vermutlich nach den verheerenden Bränden in Wilsnack entstanden sein. Die Stadtchronik besagt, dass es 1826, 1827 und 1828 große Brände in Wilsnack gab, denen viele Häuser zum Opfer fielen. Eine Bauakte für das Gebäude Große Straße 25 existiert nicht, hieß es auf Nachfrage auf dem Bauamt
In der 1930 von August Cors herausgegebenen Stadtchronik sind einige Apothekernamen nachzulesen. Demnach hatte Werckenthin noch 1814 die Apotheke inne, 1817 ist ein Karl Zuckschwerdt aufgeführt, 1834 ein Franz Wilhelm Kay und 1840 ein Wegner, der aus Sandau nach Wilsnack kam.
Viele Jahre vor dem 2. Weltkrieg führte Alfons Krüger die Apotheke. Er ließ die Hexameter(Verse) an der Fassade der Apotheke anbringen.



1. Fenster: Segne Gott dieses Haus, stets die Arbeit darinnen, die dem Dienste geweiht dessen, der es betritt.

2. Fenster: Suche des Arztes Hilfe, wenn Krankheit dich plagt. Denke Euch beiden hilft des Apothekers Kunst.

3. Fenster: Die Arbeit des Apothekers ist Dienst an der Gesundheit des Volkes.

4. Fenster: Wisse, oh Kranker, Du sollst immer Dich dessen erinnern, dass eine Stätte hier ist, die Deinem Wohle dient.

5. Fenster: Aus Pflanze, Tier und Stein ward Arzenei gemacht, klug ist, wer sie gebraucht, eh es zu spät für ihn ist.

2008 by Ben Kees